VORWORT
Die weitgehende Beherrschung von akuten Erkrankungen, die in den Industrieländern bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus Gesundheit und Leben des Menschen bedroht haben, hat dazu geführt, dass die Menschen immer älter werden. Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hirnorganische Störungen wie Zerebralsklerose oder Alzheimer-Krankheit, die den Prozess des Alterns seit jeher begleiten, sind an die Stelle akuter Erkrankungen getreten. Ihr chronischer Verlauf verursacht für die Betroffenen und ihre Angehörigen ungeheures Leid und für die Gesellschaft große finanzielle Belastungen.
Chronisch-degenerative Krankheiten werden anders als akute Erkrankungen durch eine Vielzahl verschiedener Einflussfaktoren verursacht. Auf der Grundlage genetischer Vorgaben wirken sich physikalische und chemische Einwirkungen auf den menschlichen Organismus, die maßgeblich durch die persönliche Lebensweise eines Menschen, also Ernährung, Genussmittelkonsum, und anderes mehr, festgelegt sind, unterschiedlich aus. Nur in interdisziplinärer Kleinarbeit lässt sich erforschen, wie diese vielfältigen Faktoren über molekularbiologische Veränderungen - meist schleichend und über Jahrzehnte hinweg - Organe und Zellsysteme schädigen. Teilkenntnisse zu gewinnen und sie zum großen Ganzen zusammenzufügen, um die Entstehung chronisch-degenerativer Krankheiten besser zu verstehen, ist die Herausforderung für die heutige medizinische Forschung.
Die Stiftung VERUM hat sich zum Ziel gesetzt, zur Erforschung chronisch-degenerativer Erkrankungen des Menschen beizutragen, deren Entstehung durch VER.halten und UM.welt mitbedingt ist. Sie fördert Forschung zum Verständnis der Wechselbeziehung zwischen endogenen und exogenen Einflussfaktoren auf die menschliche Gesundheit, was die Voraussetzung sowohl für präventivmedizinische Maßnahmen, mit denen der Beginn von Erkrankungen, wenn schon nicht verhindert, so doch möglichst weit hinausgeschoben werden kann, als auch für neue Ansätze zur Behandlung ist.


